Gedanken zur Fastenzeit Anstelle der Verhüllung des Altares steht in Etzen die Dornenkrone

In einer kleinen Wallfahrtskirche nahe Landshut ist auf der Kanzelbrüstung auf den ersten Blick ein Hirte dargestellt, der sich unter die Dornen wirft, ein darin verunglücktes Lamm zu bergen. Auf den zweiten Blick lässt sich der Gute Hirte erkennen, der Sich unter den Dornen tödlich verletzt, das Leben des Lammes zu retten.

Der solche Wundmale trägt, ist also Jesus, der die Himmel „der 99 heiligen Schafe“ verlassen hat, um das eine, die verlorene Menschheit, auf Erden, die dem Menschen Dornen trägt und Mühsal und Beschwer erbringt, zu suchen und zu ersuchen, sich finden zu lassen, um gerettet geborgen werden zu können.

Dafür steht ein Dornenkranz vor dem Volksaltar in unserer Pfarrkirche von Etzen in diesen „heilsamen 40 Tagen“, wie sich die Fastenzeit nennt.

Andere Kirchen verhüllen das große Altarbildnis mit einem „Fastentuch“, wir belassen den Blick gegen Osten auf Laurentius im Tor zum Himmel, das ein Altarbild bezeichnet. Doch wir ergänzen den im qualvollen Sterben „Feuer und Flamme“ gewordenen Laurentius mit einem Dornengeflecht, ihm zu Füßen, das an den brennenden Dornbusch erinnert, aus dem Gott Sich offenbart, die Liebe, die Menschen „leiden kann“.

Die Dornenkrone, sie ist das Sinnbild, das wir Ihm sind:

Stellt euch vor, da liegt Er mit ihr am Boden im Staub – wie auf einem Operationstisch, um seziert zu werden – das heißt, um Sich ans Kreuz nageln zu lassen, an jenes Holz, das Ihn dann von der Erde zum Himmel ausgespannt erhebt!

Und da schaut Er uns alle an, die wir auf Ihn, den so Darniederliegenden, starren, wir, die den Hammer ergreifen, auf Schuld festzunageln, wir, die an Seinem letzten Gewand zerren und reißen, Schuldige bloßzustellen, wir, die Fäuste erzürnt ballen, des Unschuldigen zu spotten, Gott, die Liebe, auf eine unmögliche Probe zu stellen.

Er sieht uns so als Seinen Dornenkranz, als Dornenkrone von Menschen, die auf Ihn verächtlich herabschauen und nicht zu Ihm – in dankbarer Ehrfurcht voll Staunen – emporblicken, die Ihm den Sonnenschein verfinstern, die Ihm ins Antlitz speien, die Ihm das Herz zerreißen, das uns noch immer geduldig verzeihend liebt.

Denn mit Seiner Dornenkrone bietet Er allem Bösen gut die Stirn. Und dies mit einem Herzen, das allem Widerstand gewaltfrei und wehrlos trotzt und alles Widerspruchs mächtig liebt und nichts als liebt!


HL. MESSEN ZU DEN KAR- UND OSTERTAGEN 2019

  • Palmsonntag         09:00 – Hl. Messe mit Palmweihe
  • Gründonnerstag  19:30 – Ölbergandacht
  • Karfreitag              15:00 – Karfreitagsliturgie
  • Karsamstag           19:30 – Osternachtsfeier mit Speisensegnung   (Kerzen mit Tropfenanhänger mitnemen)
  • Ostersonntag      09:00 – Festgottesdienst (Fastenwürfel mitbringen!)
  • Ostermontag       09:00 – Hl. Messe