(Welt-)Kulturerbe Schauerfeiertag


Dieser Titel soll auf eine langjährige kirchliche Tradition hinweisen

Schon seit 25 Jahren feiert nach eigener Aussage Pater Martin die Schaufeita-Andachten. Er benennt sie aber lieber auf hochdeutsch als “Schauerfeiertag”, da dadurch mehr der wahre Inhalt dieser Feiern, nämlich die Bitte um Vermeidung von „Schauern“ aller Art zum Ausdruck kommt. Damit sind nicht nur Regen- oder Hagelschauer gemeint, auch viele andere Dinge sind geeignet um den Menschen Schauer zu verursachen.

Am Mittwoch, dem 8. Juli fanden sich erstmals etwas mehr als 30 Personen aus dem Pfarrort Etzen selbst in der Pfarrkirche zu einer heiligen Messe ihres “Schauerfeiertags” ein. Bei dieser “Premiere” beleuchtete Pater Martin in seiner Predigt die historische und geschichtliche Entwicklung und den zeitlosen Sinn eines solchen “Feiertags”.

Haben einst Vorbeter in den einzelnen Ortskapellen die Andachten zum Schauerfeiertag geleitet, so war es am Pfarrort in der Kirche der Priester selbst. Später begann der Seelsorger, in den Kapellen die heilige Messe dafür zu feiern, und dem Pfarrort blieb die gemeinsame Liturgie der Bittage und zum Erntedank. Nachdem infolge der Corona-Wirren auch die Andachten aus den Kapellen in die Pfarrkirche verlegt wurden, war auch für den Pfarrort Etzen selbst eine solche Messe naheliegend.

Für die Christen sind das Morgen- und das Abendgebet aus den täglichen Opfern am Morgen und am Abend im alten Tempel zu Jerusalem entstanden. Sie bedeuteten eine Ent-Schuldigung für alles Fehlerhafte, ein Dank für erlebtes Wohlergehen, eine Bitte um Segen und Glück. Diese drei grundlegenden Ausdrucksformen des Menschen im Umgang mit Gott und seinen Mitmenschen, zu danken, zu bitten, zu entschuldigen, entfaltet auch die Liturgie des Schauerfeiertags. Heute gilt es, nicht nur die Hagel- und Regenschauer der Gewitter zu bedenken, nicht nur das Erschaudern vor CoVid19, sondern auch die “Viren”, die schwere seelische und soziale, geistige und geistliche Verwundung hervorrufen können.

Nach dem Gottesdienst trafen die Etzener einander bei einer Agape zu Gespräch und Gedankenaustausch, zu einem gemütlichen Beisammensein. Für die gelungene Premiere dankt der Seelsorger allen, die daran teilgenommen haben, ganz herzlich, ebenso für die von den Mitgliedern des Pfarrgemeinderats aus Etzen vortrefflich organisierte Agape. Das zeugt von einem gedeihlichen Miteinander, einem in diesen Zeiten für eine kleine Pfarre überlebensnotwendigen Zusammenhalt!

Ich denke ich spreche auch in Pater Martins Namen, wenn ich wieder einmal seiner „Kaplanin“ Maria Haas extra danke. Man darf nicht übersehen, dass bei der Vielzahl der in letzter Zeit abgehaltenen Messen auch sie immer zur Stelle war, um mit ihrem Orgelspiel dem Ganzen einen feierlichen Rahmen zu geben.

Das sollte keinesfalls als selbstverständlich betrachtet werden.

Bilder in der Fotogalerie …



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