Feiertags-Triologie für Josefsdorf

Josefsdorf feierte Schauerfeiertag, Kirtag und Erntedank

Am Samstag, den 2. Oktober fand in der Pfarrkirche Etzen die Dorfmesse der Ortschaft Josefsdorf statt. Diese Messe stellt jedes Jahr den Abschluss des Schauerfeiertags-Reigens in der Pfarre Etzen dar. Dabei wird gleichzeitig der Josefsdorfer “Josefi-Kirtag” mitgefeiert. Heuer diente dieser Tag auch zusätzlich als Erntedank.

Renate Fischer an der Kirchenorgel und Magdalena Faltin mit der Querflöte übernahmen die musikalische Umrahmung der Messfeier und Martin Grötzl war für Lesung und Messnerdienst zuständig.

Da, wie erwähnt, dieser Tag auch immer als Josefsdorfer Kirtag gefeiert wird, wird dabei immer zu einer etwas ausgiebigeren Agape geladen. Diese wurde im Gasthaus Mathe eingenommen, wo noch ein Weilchen zusammengesessen wurde.

Hier wieder dieser Feiertag aus der Sicht von Pater Martin:

Am Samstag, dem 2. Oktober 2021, war es wieder soweit: Die Ortsgemeinschaft von Josefsdorf feierte um 15 Uhr in der Pfarrkirche von Etzen mit einer heiligen Messe den dreifachen Anlass: Schauerfeiertag, Kirtag mit Patrozinium und Erntedank. Josefsdorf beendet immer den Reigen der Orts- und Kapellengottesdienste zum Schauerfeiertag, die, der Pandemie wegen, zur Zeit in der Pfarrkirche gefeiert werden.

Pater Martin wies in seiner Predigt darauf hin, dass in diesem Jahr die einzelnen Schauerfeiertage an den Segen bei einem Altar der Fronleichnamsprozession unter freiem Himmel erinnern dürfen, in die vier Himmelsrichtungen gespendet. So repräsentierte die Kapellengemeinschaft von Oberrosenauerwald und Blumau am 10.6. den Süden, die Katastralgemeinde von Groß Meinharts am 17.6. den Westen, die von Ober Neustift am 24.6. den Norden und die Ortsgemeinschaft von Etzen am 8.7. den Osten. Und Josefsdorf darf nun an eine fünfte Himmelsrichtung mahnen, die nach der östlichen Weisheit Indiens und Chinas der Mensch selbst ist. Denn es ist auch der Mensch, die Erscheinungen am Himmel bedenkend und deutend, der im Sonnenaufgang den Osten bezeichnet, im Sonnenuntergang den Westen, die Sonne mitten am Tag im Süden sieht und mitten in der Nacht im Norden vermutet. Doch in Wahrheit geht nicht die Sonne auf und unter. Die Erde dreht sich täglich um sich, jährlich um die Sonne, was sprachlich schwer zu fassen ist.

Und ein Bild der alten griechischen Sage von Phaethon mahnt, dass der Mensch nie Gott spielen soll. Denn Phaethon, den die menschliche Frau Klymene dem Sonnengott Helios gebar, wollte einen Tag den Sonnenwagen über die Himmel lenken, was jedoch misslang und die Erde brennen ließ. Brände und Sintfluten erinnern an Ereignisse im frühen Gedächtnis der Menschheit, die auch heute noch viel zu besagen haben. Die Botschaft von Jesus bietet eine Alternative: Nicht der Mensch maßt sich an, Gott zu sein, sondern Gott wird ein Mensch unter Menschen für die Menschen, die Er meint und eint. Am Du wird der Mensch zum Ich und gemeinsam zum Wir.

Menschen in Gemeinsamkeit ist es gelungen, den Nordurwald zu kultivieren, Sümpfe auszutrocknen. Daran erinnert die Bezeichnung “Moserholz”, worin Josefsdorf zu einer Siedlung geworden ist. Der Name “Moser” verweist auf Moos, wovon sich aber auch “Gemüse” und “mästen” ableiten. Es geht also um Lebensraum und Nahrung, wofür Menschen gemeinsam Sorge tragen. Und ihr Glück(en) erweist den Menschen “zum Himmel (aus)gerichtet”. Die Patronin des von heiligen Menschen gesegneten Europa in seiner Mitte und fünften Himmelsrichtung darf Dr. Edith Stein sein, eine deutsche Jüdin, in ihrer Jugend Atheistin, die sich dann katholisch taufen ließ, Philosophin und Ordensfrau, die in Auschwitz ermordet wurde. Sie hatte die Tragik einer verbrannten Erde erfahren. Und der Engel, der diese fünfte Himmelsrichtung verbürgt, ist der Schutzengel, der Jesus auf seinem menschlichen Lebensweg begleitete und so auch in Seiner Todesangst, in blutigem Schweiß gebadet, gestärkt hat, Gottes Liebe im Tod am Kreuz auszulegen und auszuschenken. Eine menschliche Übersetzung davon, Jesus als seinen Sohn vor dem Gesetz anzunehmen und für Ihn und dessen Mutter als (Ehe)Mann zu sorgen, ist Josef, der dem Dorf im Moserholz seinen Namen und seinen bei Jesus fürbittenden Schutz gibt!

Musikalisch wurde dieser festliche Gottesdienst vom “weiblichen Anteil” der “Josefsdorfer Philharmonie”, Renate Fischer und Magdalena Faltin, vortrefflich mitgestaltet. Lektor, Sakristan und Organisator war Martin Grötzl. Im Anschluss an die heilige Messe fanden sich die Mitfeiernden, mit Pater Martin in ihrer Mitte, im Gasthaus Mathe zu einer köstlichen Agape ein, je nach persönlicher Wahl, von der Dorfkasse finanziert. Dabei gab es noch einen regen Meinungsaustausch. Auch Gedanken der Predigt wurden aufgegriffen und weiter entfaltet. Bei diesem gemütlichen Beisammensein fehlte es auch nicht an entsprechendem Humor. Pater Martin bedankt sich ganz herzlich für eine wunderschön empfundene Zeit, die er mit den “Josefsdorfern”, und diese auch untereinander, verbringen durfte

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