Östliche Weisheiten

Der Osten war das Thema in der Schaufeita-Andacht für die Ortschaft Etzen

Am Donnerstag, dem 8. Juli 2021, waren zum vorläufigen Abschluss des Reigens der Schauerfeiertage um 19.30 Uhr in die Pfarrkirche die Bewohner von Etzen zum Gottesdienst eingeladen. Insgesamt 24 Personen haben sich dazu eingefunden. Als letzte Himmelsrichtung, der Pater Martin jeweils eine Schauerfeiertags-Andacht gewidmet hat, hatte diese Andacht den nach Osten gerichteten Altar der Fronleichnamsprozession zum Thema.

Pater Martin wies in seiner Homilie auf die Bedeutung dieser Himmelsrichtung hin. Osten oder Ost, abgekürzt O, wie O des Staunens und der Freude über den Aufgang des Lichts, leitet sich ab vom griechischen Wort “eos”, was Morgenröte heißt, Morgenrot bedeutet, vom lateinischen Begriff “aurora”, wovon Austria und Österreich kommen. Dem Osten entspricht die Tageszeit “Morgen” und die Jahreszeit “Frühling”. Jeder Morgen lässt wieder ein Morgen erwarten, jeder Frühling eine neue Auferweckung der Natur, worum der Mensch im Schöpfungsauftrag Sorge zu tragen hat. So fällt auch Ostern in diese Jahreszeit. Wer “Ostern” im Gegensatz zu “Western” bedenkt, entdeckt die emotionale Besetzung eines Geschehens, das nicht zu begreifen ist, von dem Menschen jedoch ergriffen werden, da es sie unfassbar und fassungslos überwältigt. In der Morgenfrühe werden sowohl Jesu Auferstehung aus dem Grabe am Ostersonntag als auch die Anbetung Jesu in der Krippe durch die Hirten am Christtag gefeiert. Und die Weisen kommen aus dem Morgenland, dem neugeborenen König der Juden mit ihren Gaben und Schätzen zu huldigen. Jede der alten Kirchen ist nach Osten ausgerichtet, und zwar so, dass am Festtag des Patroziniums genau da der Sonnenaufgang zu erleben ist. In Etzen ist es der 10. August, der Tag des heiligen Laurentius, dessen Altarbildnis in der Form einer Tür (zum Himmel) das aufgehende Licht für menschliche “Augenblicke” erträglich macht. Zudem weist das Schnitzwerk des Tabernakels am Hochaltar den Gekreuzigten auf Golgotha und dahinter Jerusalem “im Nahen Osten” aus, eine einzigartige Darstellung in unserer Pfarrkirche. Gott hat Europa – nach der Überzeugung des Papstes aus dem Osten, Johannes Paul II. – vom Osten her mit den Heiligen Cyrill und Method gesegnet. Die kyrillische Schrift erinnert noch an ihr bahnbrechendes wegweisendes Wirken. Und der Erzengel im Osten ist Gabriel, dessen Name besagt: Gott ist meine Kraft. Mit ihm erfüllt sich die Morgenröte der Erlösung. Zur Meditation dieser Gedanken lud wieder via CD Antonio Vivaldi mit dem ersten Satz seiner Komposition “Der Frühling” ein.

Sakristanin und Lektorin bei dieser Liturgie war Gerlinde Schrammel, an der Orgel Frau Kaplan Maria Haas, die auch mit ihrem Gatten Peter und den Pfarrgemeinderäten aus Etzen Gerti Hahn und Erich Mathe die anschließende Agape vor der Kirche organisierte. Die fröhliche Stimmung konnte auch nicht ein kurz einsetzender Regen trüben. Noch lange Zeit währte das gemütliche Beisammensein bei guter Unterhaltung, was Pater Martin besonders freute. Er bedankt sich ganz herzlich bei allen Teilnehmern, ob Frau oder Mann, Jung oder Alt. Diese Schauerfeiertage waren gewiss ein Gleichnis für die gegenwärtige Herausforderung, gemeinsam den Stürmen der Zeit zu trotzen und frohen Mutes einem neuen Morgen mit dem Aufgang eines abendlosen Lichtes die Wege zu bereiten.

Fotos von dieser Andacht in der Fotosammlung …

Bericht: Pater Martin, Fotos: Peter Haas

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