Denkanstöße Wochenlange Vorbereitungen waren nötig

„Alle Jahre wieder“ war ein großartiger Höhepunkt im kirchlichen Leben unserer Pfarre Etzen die feierliche Christmette um 16 Uhr am Heiligen Abend in der Pfarrkirche. Kinder der Volksschule und junge heranwachsende Menschen im „Hauptschulzeitalter“ gestalteten gesanglich und instrumental für Jung und Alt diesen festlichen Gottesdienst unter der bewährten Leitung von „Frau Kaplan“ Maria Haas eindrucksvoll mit. Sie wurden dabei von Gabriele Grünstäudl und Katharina Preiser-Kapeller tatkräftig unterstützt. Besonders erfreulich war für den Seelsorger in dem vollen Gotteshaus die große Anzahl von kleinen Kindern, die mit ihren Eltern und Großeltern „in sehr geduldiger Aufmerksamkeit“ das Dargebotene verfolgten.

Pater Martin gab in seiner Predigt Einblicke in den historischen Kontext zur Entstehung des wohl bekanntesten und beliebtesten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“, welches heuer das Jubiläum von 200 Jahren seit der erstmaligen Aufführung in der Salzburger Pfarre von Oberndorf feiern konnte. Dazu zeichnete er vor allem den Lebensweg des Priesters Joseph Mohr nach. Dieser verfasste bereits 1816 in Mariapfarr ein Gedicht, wozu er dann den Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber um die Komposition einer Melodie bat, die bis heute einzigartig die Herzen der Menschen berührt und das Liedgut von Weihnachten beschenkt.

Im Lesen zwischen den Zeilen und in der Tiefe der Worte eröffnen sich auch Denkanstöße für die Lebenswelt der Kinder von heute: Kinder, denen sich die Eltern in getrennt beschrittenen Wegen entziehen, Kinder, denen eine menschenwürdige Zukunft im Leben versagt bleibt, Kinder, die keine Chance auf Bildung haben, Kinder, welche die Fesseln von Armut, Not und Krankheit nicht abwerfen können.. Gott ist ein Kind geworden und hat ihm Seine Würde gegeben. „Gott auf der Seite“ der Schwachen, Ungeliebten und von der Gesellschaft Ausgesetzten wird erkennbar im dargestellten Geschehen an der Krippe vor den Toren Bethlehems.

Ein schon zur Tradition gehörender Hirtentanz der Kinder – begleitet von Martin Hahn auf der Steirischen – und das in die abgedunkelte Kirche hineingesungene Lied von der stillen, heiligen Nacht vollendeten die Liturgie, womit wieder die zwölf „Weihnachten“ – vom Christ- bis zum Dreikönigstag – begonnen haben.

Der Pfarrseelsorger bedankt sich bei allen ganz herzlich, die zum Gelingen dieser Mette beigetragen haben, die in diesen Tagen gern und großzügig zugunsten blinder und hilfsbedürftiger Kinder spendeten, die das „Miteinander“ im Erleben solcher Ereignisse fördern, sodass der Alltag davon durchstrahlt wird. Auch der Verantwortliche für „etzen-live“ und der Sakralfotograf sind mitgemeint.      

Bilder von der Mette in der Fotosammlung …