Corona-Fronleichnam

Gedanken von Pater Martin zur heurigen Fronleichnamsfeier


Gedanken von Pater Martin zur heurigen Fronleichnamsfeier

Das Fronleichnamsfest 2020 begann mit der Vorabendmesse am 10. Juni 2020 um 19 Uhr. Pater Martin verstand sie in seiner Predigt als die Feier des Letzten Abendmahls, die am Gründonnerstag dieses Jahres öffentlich in der Kirche wegen der Corona-Krise zu entfallen hatte.

Am Feiertag selbst war dieses Mal die heilige Messe um 9 Uhr angesetzt. Die Liturgie fand ohne “Garde der Nächstenliebe”, den Feuerwehren der Pfarre, ohne Erstkommunikanten (die es ja ohnehin noch nicht gibt), ohne Musikkapelle, ohne Prozession mit Himmel, Fahnen, vier Altären und Weihrauch, im Inneren der Kirche statt. Auch eine geplante Feier auf dem Sportplatz, der leider allzu sehr durchnässt war, war nicht möglich. So blieb es bei einer – dieser Zeit mit ihren Auflagen und Vorgaben entsprechenden – schlichten Zelebration einer heiligen Messe, auf das Wesentliche, auf das zu Verinnerlichende, reduziert.

Pater Martin wies in seiner Homilie auf Sinn und Wurzel der Eucharistiefeier hin, ausgehend von menschlicher Ess- und Feierkultur und vom Paschamahl, dem Jesus eine ganz neue Dimension gab. “Das große Welttheater”, die Altersschöpfung des spanischen Dichters Calderon, neu bearbeitet in “Salzburger großes Welttheater” von Hugo von Hofmannsthal, war als ein Fronleichnamsfestspiel gedacht und kann für das Verständnis hilfreich sein: Die Welt ist die Bühne vor Gottes Auge, wo jeder Mensch seine Rolle spielt. So erhält als Insignie seiner Rolle etwa der König eine Krone, der Bauer einen Spaten. Am Ende bittet Gott die des Lebens weise und in der Liebe reif Gewordenen zu Tisch. Eine Hauptrolle fällt Menschen zu, die sich als Bettler verstehen, mit Liebe und zur Liebe beschenkt. Die Freude über das den Menschen Gelungene und Errungene lässt doch zu allen Zeiten die Menschen gemeinsam Mahl halten und feiern. So geschieht es bis heute etwa bei Taufen, Trauungen, Jubiläen und auch Begräbnissen.

Der Verzicht darauf in “Coronazeiten” macht dies wieder mehr bewusst. Nun ist jede Eucharistiefeier nicht eine Theateraufführung, wobei der Priester ein Schauspieler in Jesu Rolle ist und alle anderen die Zuschauer, vielmehr erinnert die “dritte Stunde” römischer Tageszeit, 9 Uhr, an die Herabkunft des Heiligen Geistes. Er ist es, der alle Feiernden in das Obergemach des Abendmahlsaales eintreten und Jesus unter ihnen Gegenwart gewinnen lässt – mit der Wahrheit und Wirksamkeit Seiner Worte über Brot und Wein: “Dies bin Ich!” “Tut dies zu Meinem Andenken!” War es am Vorabend ein Hymnus der byzantinischen Tradition “zum heiligen letzten Abendmahle”, so war es am Vormittag des Feiertags der berühmte Choral “Jesus bleibet meine Freude” von Johann Sebastian Bach, was die Herzen der Mitfeiernden daran erinnern und darin erfreuen sollte.

Der Segen in Stille, die Ehrfurcht gebietet, mit der Monstranz, dem “Allerheiligsten”, in alle vier Himmelsrichtungen gegeben, beschloss die etwas andere, allen traditionellen Beiwerks “beraubte” Feier, die dennoch tiefsinnig empfunden werden kann. Pater Martin dankt allen, die in diesen “Coronazeiten” den “Erhalt” der Gottesdienste als Lebensnerv der Kirche vor Ort im Kleinen immer wieder beispielhaft und tatkräftig unterstützen!

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